Automatisierung der Wasseraufbereitungsanlage in Indonesien | SENTRADO

Eine detaillierte Fallstudie zur Automatisierungslösung von SENTRADO, die messbare Ergebnisse für Wasseraufbereitungsanlagen in Indonesien liefert.

Wasseraufbereitung 📍 Indonesien ⚙️ Regionale Wasserversorgung 📅 Abgeschlossen 2023
Projektübersicht

Projekthintergrund und -ziele

Ein regionales Wasserversorgungsunternehmen in Indonesien beauftragte SENTRADO mit der Modernisierung der Automatisierungssysteme in seiner Hauptwasseraufbereitungsanlage, die über 500.000 Einwohner in mehreren Gemeinden mit Trinkwasser versorgt. Die in die Jahre gekommene Infrastruktur, die ursprünglich in den frühen 2000er Jahren installiert wurde, stützte sich auf manuelle Überwachung und lokale Regelkreise, die ständige Aufmerksamkeit der Bediener vor Ort erforderten und nicht schnell auf Änderungen der Rohwasserqualität oder des Bedarfs reagieren konnten.

Der Aufbereitungsprozess umfasst die Rohwasserentnahme, Vorchlorung, Koagulation und Flockung, Sedimentation, Schnellsandfiltration, Aktivkohleadsorption, pH-Wert-Korrektur, Desinfektion und Hochförderung in das Verteilnetz. Die Herausforderung für SENTRADO bestand darin, all diese Stufen zu automatisieren und gleichzeitig eine ununterbrochene Wasserversorgung während der gesamten Modernisierungsphase sicherzustellen – eine Vorgabe, die die öffentliche Gesundheit und den Brandschutz für das gesamte Versorgungsgebiet betraf.

Das Projekt erforderte zudem die Implementierung einer Fernüberwachung, damit das Management des Versorgers den Anlagenbetrieb aus der Zentrale steuern konnte. Dies reduzierte den Bedarf an 24-Stunden-Personal vor Ort in der Aufbereitungsanlage, während gleichzeitig strenge Wasserqualitätsstandards eingehalten wurden.

Kundenherausforderung

Zu lösende Probleme

1. Veraltete manuelle Infrastruktur

Die ursprüngliche Anlage war mit analogen Schalttafelmessgeräten, manueller Ventilbetätigung und lokalen Einzelkreisreglern ausgestattet. Das Bedienerpersonal musste die Anlage alle zwei Stunden zu Fuß abgehen, um Messwerte abzulesen und Einstellungen vorzunehmen. Dies führte zu verzögerten Reaktionen auf Schwankungen der Wasserqualität und einer inkonsistenten Aufbereitungsleistung.

2. Vorgabe zur kontinuierlichen Versorgung

Die Wasseraufbereitung ist ein 24/7-Betrieb, der nicht unterbrochen werden darf. Die Modernisierung musste erfolgen, während die Produktion von aufbereitetem Wasser auf der Auslegungskapazität gehalten wurde, ohne dass es während der Übergangsphase zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität kam.

3. Variable Rohwasserqualität

Das Oberflächenwasser des Quellflusses unterliegt erheblichen saisonalen Schwankungen bei Trübung, pH-Wert und organischem Gehalt – insbesondere während der Monsunzeit. Das bestehende manuelle Chemikalien-Dosiersystem konnte nicht schnell genug reagieren, sodass gelegentlich Wasser aufbereitet wurde, das gerade noch die behördlichen Grenzwerte erfüllte.

4. Hohe Energiekosten

Die Hochdruckpumpen liefen mit fester Drehzahl und wurden über Drosselventile geregelt, was in Zeiten geringer Nachfrage zu erheblicher Energieverschwendung führte. Der Versorger forderte eine VFD-Steuerung, um die Pumpenleistung an die tatsächliche Nachfrage im Verteilungsnetz anzupassen.

5. Fehlende Fernüberwachung

Ohne SCADA hatte das Management des Versorgers keine Echtzeit-Transparenz über den Anlagenstatus. Operative Entscheidungen basierten auf täglichen Papierberichten, was die Reaktion auf abnormale Zustände verzögerte und die Leistungsoptimierung erschwerte.

SENTRADO-Lösung

Unser Ansatz & Systemarchitektur

SENTRADO implementierte ein modernes, SPS-basiertes SCADA-System, das auf einer Siemens S7-1500 Steuerung mit dezentralen ET 200SP I/O-Stationen in der gesamten Anlage basiert. Das Steuerungsnetzwerk nutzt PROFINET mit Managed Switches. Alle Feldinstrumente wurden auf intelligente Messumformer mit HART-Kommunikation für Ferndiagnose und Kalibrierung umgerüstet. Das System automatisiert die Chemikaliendosierung auf Basis von Streaming-Current-Detektor (SCD)-Rückmeldungen für die Flockungsmitteldosierung, Restchlor-Analysatoren für die Desinfektionssteuerung und pH-Analysatoren für die Säure- und Laugendosierung.

VFD-Schaltschränke wurden für alle sechs Hochdruckpumpen und vier Rückspülpumpen installiert. Dies ermöglicht einen drehzahlgeregelten Betrieb, der von der SPS auf Basis der Drucksollwerte im Verteilnetz und des Füllstands im Reinwasserbehälter gesteuert wird. Dadurch wird die Energieverschwendung durch Drosselventilregelung vermieden und ein Sanftanlauf realisiert, der die mechanische Belastung von Pumpen und Rohrleitungen reduziert. Der Pumpenoptimierungsalgorithmus wechselt die Haupt- und Nebenpumpen-Zuweisungen, um den Verschleiß gleichmäßig zu verteilen, und staffelt die Pumpen automatisch bedarfsgerecht.

Das WinCC SCADA-System bietet eine vollständige grafische Übersicht des Aufbereitungsprozesses mit Echtzeit-Trendaufzeichnung, Alarmmanagement und automatisierten behördlichen Berichten. Ein sicheres, webbasiertes Fernzugriffsportal ermöglicht es autorisiertem Personal, den Anlagenstatus ortsunabhängig anzuzeigen, Alarme zu quittieren und Sollwerte mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung anzupassen. Das System umfasst eine automatisierte Filterrückspülsequenz auf Basis von Druckverlust und Trübungsdurchbruch, wodurch der Spülwasserverbrauch optimiert und gleichzeitig die Filterleistung aufrechterhalten wird.

Highlights der Systemarchitektur

  • Siemens S7-1500 Steuerung mit dezentralen ET 200SP I/O-Stationen
  • Automatisierte Chemikaliendosierung mit SCD- und Restchlor-Rückmeldung
  • VFD-Steuerung für alle 10 Pumpen mit druckbasierter Drehzahlregelung
  • Intelligente HART-Messumformer für Ferndiagnose und Kalibrierung
  • WinCC SCADA mit webbasiertem Fernzugriff und 2FA-Sicherheit
  • Automatisierte Filterrückspülsequenz basierend auf Druckverlust/Trübung
  • PROFINET-Steuerungsnetzwerk mit Managed Switches
  • Automatisierte Berichterstattung zur Einhaltung behördlicher Vorschriften
Technische Spezifikationen

Systemparameter & Konfiguration

SteuerungssystemSiemens SIMATIC S7-1500
Steuerung1 × CPU 1515-2 PN
Gesamtzahl der E/A-Punkte680+ (AI: 120, AO: 40, DI: 380, DO: 140)
KommunikationsprotokollPROFINET / HART / Modbus TCP
HMI / SCADAWinCC RT Advanced — 2 OS + Web-Client
Schaltschränke4 × IP54 mit Kühlung
Frequenzumrichter-Schaltschränke10 × ABB ACS580 (7.5kW–132kW)
Pumpensteuerung6 Hochdruckpumpen + 4 Rückspülpumpen mit Frequenzumrichter
Stromversorgung400V 3-phasig, 50Hz
FernzugriffSicheres Webportal mit 2FA
ChemikaliendosierungAutomatisierte Flockungsmittel-, Chlor- und pH-Wert-Regelung
Systemverfügbarkeit99.5%
Eingesetzte Ausrüstung

Hauptkomponenten & Hardware

Siemens CPU 1515-2 PN

6ES7515-2AM01-0AB0

Zentrale Anlagensteuerung

ET 200SP I/O

6ES7155-6AU01-0BN0

Dezentrale E/A-Stationen

WinCC RT Advanced

6AV2104-0DA06-0AA0

SCADA mit Web Navigator

ABB ACS580 Frequenzumrichter

3ABD00036842-D

Frequenzumrichter für Pumpen

SITRANS LUT400

7ML5050-0AA22-1DA0

Ultraschall-Füllstandsmessgerät für Reinwasserbehälter

SITRANS P220

7MF0300-1TE01-5AF2

Druckmessumformer für die Pumpensteuerung

SCALANCE XC216

6GK5216-0BA00-2AC2

Managed PROFINET Switch

HACH CL17 Analyzer

8572100

Online-Analysator für Restchlor

Implementierungszeitplan

Projektphasen

Detailplanung

4 Wochen

E/A-Liste, Steuerungskonzept, Netzwerkdesign

Schaltschrankbau

4 Wochen

4 Steuerungs- und 10 Frequenzumrichter-Schaltschränke gefertigt und getestet

Softwareentwicklung

6 Wochen

SPS, SCADA, Dosieralgorithmen, Berichte

FAT

1 Woche

Vollständige Simulation mit den Ingenieuren des Versorgungsunternehmens

Gestaffelte Installation

6 Wochen

Installation parallel zum Altsystem, Bereich für Bereich

Inbetriebnahme

4 Wochen

Nassprüfung, Reglerabstimmung, Frequenzumrichter-Optimierung

Schulung & Übergabe

2 Wochen

Bedienerschulung, Dokumentation, SAT

Quantifizierte Ergebnisse

Messbare Resultate

Leistungsdaten nach Systeminbetriebnahme und Dauerbetrieb verifiziert.

99.5%
Systemverfügbarkeit

Kontinuierlicher automatisierter Betrieb

50%
Reduziertes Bedienpersonal

Fernüberwachung reduzierte den Personalbedarf vor Ort

25%
Energieeinsparungen

Optimierung der Pumpensteuerung durch Frequenzumrichter

30%
Geringerer Chemikalienverbrauch

Präzise automatische Dosierung

Vorher vs. Nachher: Quantifizierter Vergleich

Kennzahl Vorher Nachher Veränderung
Systemverfügbarkeit ~95 % (manueller Eingriff) 99,5 % automatisiert +4,5 Punkte
Bediener vor Ort Volle Schichtbesetzung (8+) 50 % Reduktion durch Fernüberwachung −50%
Energieverbrauch Ausgangszustand (Pumpen mit fester Drehzahl) 25 % Einsparungen durch Frequenzumrichter-Steuerung −25%
Chemikaliendosierung Manuell, ungenau 30 % weniger Chemikalien durch automatische Dosierung −30%
Reaktion auf Alarme 30+ Minuten Sofortige Fernalarme Echtzeit

Daten basieren auf den Inbetriebnahmeberichten des Projekts und kontinuierlichen Betriebsmessungen. Der Kundenname ist unter NDA verfügbar.

Wirtschaftliche Gesamtauswirkungen

Das gelieferte Automatisierungssystem übertraf alle im Vertrag festgelegten Leistungsziele und erzielte im Vergleich zum Ausgangsbetrieb einen höheren Durchsatz, einen geringeren Energieverbrauch und eine verbesserte Produktqualität. Der Kunde meldete eine vollständige Amortisation der Investition innerhalb des prognostizierten Amortisationszeitraums und hat SENTRADO seitdem mit weiteren Phasen der Anlagenerweiterung beauftragt.

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